Reitsport Stegemann

 

1974 gründete Günter Stegemann ein Reitsportfachgeschäft in Datteln an der Castroper Straße 138. Seitdem bietet das familiengeführte Unternehmen, das mit viel Leidenschaft und Herz geführt wird, den Pferdeliebhabern alles Erdenkliche an für Tier und Reiter, vom Sattel über die Trense bis zur Schabracke, vom Helm über die Reithose bis zu den Stiefeln. Heute leiten seine Tochter Kathrin und Enkelin Christin Tecklenborg die Geschicke im Laden.

 

Nach und nach haben die Inhaberinnen ihr Sortiment und ihre Ladenfläche immer wieder vergrößert. Mittlerweile ist das Angebot auf zwei Etagen zu finden. 2018 kam ein zweites Ladenlokal hinzu, Mauern wurden durchbrochen, „Reitsport Stegemanns“ beeindruckender Stiefel Store wurde geschaffen. Mehr als 2.000 Stiefel namhafter Marken wie DeNiro, Tucci, Parlanti, Sergio Grasso, Ego7, Cavallo, Südwind, Tonics, Ariat und viele mehr sind auf Lager.

 

 

 

Anlässlich des Firmenjubiläums – 50 Jahre „Reitsport Stegemann“ – veröffentlichte die Dattelner Morgenpost einen ausführlichen Bericht über die Erfolgs-Geschichte und die hoffnungsvolle Zukunft des über 800 Quadratmeter großen Fachgeschäfts:

 

 

Mutter-Tochter-Duo lebt seinen Traum

Reitsport Stegemann in Datteln wird 50 Jahre

 

Julia Müller Redakteurin , Dattelner Morgenpost , 25.10.2024

 

Das Familienunternehmen „Reitsport Stegemann“ feiert 50. Geburtstag. Kathrin Tecklenborg und ihre Tochter führen das Geschäft mit Herzblut.

 

„Hier sitzt die Zukunft“, sagt Kathrin Thecklenborg und zeigt stolz auf ihre Tochter Christin. Das Mutter-Tochter-Duo ist aufgeregt, aber vor allem emotional. Ihr Geschäft „Reitsport Stegemann“ feiert Jubiläum. Seit 50 Jahren gibt es den Fachhandel in Datteln. Und noch länger ist der Standort an der Castroper Straße 138 in den Händen der Familie.

 

„Mein Opa war Schuhmachermeister „, erklärt Kathrin Tecklenborg. Die Großeltern hätten das Geschäft für Schuh- und Lederwaren in Kriegszeiten gegründet. 1974 haben ihre Eltern übernommen und parallel das Fachgeschäft „Reitsport Stegemann“ eröffnet. Damit haben sie das Hobby des Vaters zum Beruf gemacht und folgenden Generationen „infiziert“. „Die ganze Familie hat den Pferdevirus“, betont die 59-Jährige und lacht.

 

Kathrin Tecklenborg ist mit etwa 40 Pferden auf dem Gestüt Eichenhof in Datteln aufgewachsen und wollte zu Beginn ihrer beruflichen Karriere Pferdemedizin studieren. Christin Tecklenborg sitzt seit über 20 Jahren auf dem Rücken eines Pferdes, geht jeden Tag vor oder nach der Arbeit zum Stall und ist eine erfolgreiche Turnierreiterin. Obendrein haben Mutter und Tochter mit der Arbeit im Reitsport-Geschäft ihre Leidenschaft gefunden.

 

In ihrem Laden bieten die Dattelnerinnen von Sattel, über Helm, bis Trensen alles rund um das Tier an. Der Fokus liegt aber auf dem Stiefel. 2018 hat das Unternehmen den „Stiefel Store“ ins Leben gerufen und mittlerweile – auf zwei Etagen und 800 Quadratmetern – über 2000 Stiefel auf Lager.

 

Hier kann nicht jeder arbeiten“

Die Kundschaft ist bunt gemischt. Die Leute kommen von überall in die Kanalstadt. „Der Pferdesport ist nicht mehr die Sportart der High Society“, sagt Kathrin Tecklenborg. „Es geht viel um Kuscheln und lieb haben. Da darf ich auch mal ein Loch in der Hose haben, aber die Schabracke (Anm. d. Red.: Satteldecke) vom Pferd glänzt“, betont sie mit einem Augenzwinkern. Grundsätzlich soll sich jeder bei „Reitsport Stegemann“ die Ware leisten können. Und jeder wird individuell bedient. Das bringt eine gewisse Verantwortung mit sich, so Christin Tecklenborg. „Hier kann auch nicht jeder arbeiten.“ Man müsse es mit Liebe und Spaß machen.

 

Eine emotionale Reise

Die 27-Jährige arbeitet seit September 2023 im Laden. Sie hat Betriebswirtschaftslehre studiert und im Anschluss drei Jahre im Vertrieb gearbeitet. „Es war aber immer mein Traum, hier einzusteigen.“ Sie habe schon im Alter von sechs Jahren mit einem Bein im Geschäft gestanden, in der Adventszeit Waffeln gebacken und diese an Kundinnen und Kunden verschenkt. Nach dem Abitur war für Christin Tecklenborg klar: Sie wird „Reitsport Stegemann“ übernehmen. Erst einmal möchten die zwei Frauen zusammenarbeiten.

 

„Mein Herz hat gesagt: Jetzt ist es so weit. Aber ich möchte Mama nicht ablösen“, sagt die 27-Jährige und bekommt eine Gänsehaut. Die gemeinsame Zeit sei ihr wichtig. Sie möchte lernen und „mitnehmen, was ich für wichtig halte.“

 

Kein Jahrzehnt ohne Umbauarbeiten

Und was kommt Tochter und Mutter in den Sinn, wenn sie auf die letzten Jahrzehnte zurückblicken? Sei es der Treppenbau für die zweite Etage oder der Anbau auf dem Hof – „jder Umbau war eine Herausforderung“, sagt Kathrin Tecklenborg. Doch das ist alles andere als negativ gemeint. Familie, Freunde und Kollegen hätten mit angepackt und der Umbau wurde zum Teamevent. „Wir sind eine Reitfamilie und haben so viele schöne Erinnerungen.“

 

„Die Hälfte der Belegschaft kenne ich mein ganzes Leben lang“, ergänzt Christin Tecklenborg. Sie hat ihrer Mutter zum Jubiläum eine Bildercollage gebastelt. „Ich bin so stolz auf sie, was sie geschafft hat“, sagt die 27-Jährige mit Tränen in den Augen.

 

Und auch Kathrin Tecklenborg ist stolz: „Mein Papa hat mir das Reiterblut vererbt und mein Opa mir den Schuhmachermeister in die Wiege gelegt“, betont sie. „Wenn ich abends hier rausgehe, freu ich mich morgens wieder hereinzukommen. Ich kann zurückblicken und bereue nichts.“